Bogenjagd

Jagen ist eine ureigene Verhaltensweise des Menschen. Die Jagd mit Pfeil und Bogen (Bogenjagd) ist eine Waffenjagdmethode zum erlegen von Wildtieren. Diese wird oftmals als Freizeitsport dargestellt und bringt den Respekt der Jäger gegenüber dem Wildbestand in verruf. Das Jagen mit Pfeil und Bogen sollte jedoch zum Zwecke des Nahrungserwerbes oder der Kadaververwertung (z.B. Fell, Horn, Sehnen), sowie zur Hege und Pflege des Wildbestands eines Jägers in seinem betreuten Gebieten dienen. Die Bogenjagd zum Nahrungserwerb wurde über viele Jahrtausende von Menschen verschiedenster Kulturen betrieben, einige indigene Völker jagen bis heute mit dem Bogen.

Die Faszination die die Bogenjagt auf Jäger ausübt hat zweifelsohne mit der damit verbundenen Nähe zur Natur und ihrem Wildbestand zu tun. Diese besonders ruhige Jagdform Variante verlangt hohe Beobachtungsgabe, viel Aufmerksamkeit für alle kleinen Details und eine hohe Lernbereitschaft. In der Bewältigung dieser Herausforderungen begründet sich der Erfolg, wenn die Jagt zur Mitnahme von Wildbrett führt.

Wegen der relativ geringen Jagd Distanzen (max. ca.25m) ist die Jagd mit Pfeil und Bogen vorwiegend als Ansitzjagt (mit mobilem Hochstand) verbreitet. In Abhängigkeit vom Jagdrevier und der bejagten Art des Wildes werden auch die Birsch- und Lockjagd praktiziert. Aufgrund der geringen Geräuschentwickling und des eingeschränkten Gefärdungsbereiches eignet sich diese Jagdform besonders für die Bestandskontrolle in dichter besiedelten oder urbanen Gebieten.

Die Bogenjagd als Freizeitvergnügen ist in manchen Ländern heute auch ein Wirtschaftszweig des Jagdtourismus und des Naturtourismus geworden, vor allem in den USA. Zudem ist sie dort über alle Gesellschaftsschichten verbreitet und beinhaltet auch, dass Kinder und Jugendliche mit dem Bogen zur Jagd gehen. Aus diesem Grund wird der Ausrüstungsmarkt von US-amerikanischen Herstellern rund um die Jagd mit Pfeil und Bogen dominiert Zu den Angeboten zählen die Trophäenjagd, das Small Game Hunting (englisch fachsprachlich small games genannt), d.h. die Jagd auf Kleintiere, wie beispielsweise Hasen, Füchse oder bodenlebende Vögel, sowie das Bogenfischen.

Die Bogensportverbände lehnen zu Recht das Töten von Tieren zum persönlichen Vergnügen einheitlich ab und distanzieren sich weitestgehend davon. Das geht auch soweit, dass ein militärisches Erscheinungsbild der Bogensportler bei Turnieren nicht geduldet wird., z.B. das benutzen von Ausrüstungsteilen in Camouflage Farbe oder das Tragen von Tarnkleidung.

In Deutschland, Österreich, Schweiz, Vereinigtes Königreich, Irland, Island, Griechenland und in Rumänien ist die Jagd mit dem Bogen generell verboten, in den meisten anderen europäischen Ländern erlaubt.

Die „Bowhunter Federation Austria“ (austrianbowhunting.at) verfolgt die waidmannsgerechte und verantwortungsvolle Seite der Bogenjagd und bietet dazu Ausbildungen zum Bogenjäger an. Um die Qualifikation für die Erlangung eines internationalen Bogenjagdscheins zu erwerben, werden dazu Ausbildungen und Prüfungen auf höchstem internationalem Niveau angeboten.

Globaler Überblick

So sieht die aktuelle Landkarte der Bogenjagd im Herbst 2020 aus.

  • grüne Gebiete: Bogenjagd legalisiert
  • graue Gebiete: Bogenjagd verboten oder legaler Status der Bogenjagd zur Zeit nicht genau bekannt/definiert.

(Quelle 10/2020: https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=81161873)

(Quelle 10/2020: https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=81161873)

 

Letzte Änderung: Jän 3, 2021 @ 16:46